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„Nach Hause gekommen“ – Football Trainer in Mönchengladbach

Interview mit Frank Wenke, HeadCoach MG Wolfpack Ladies

Mönchengladbach Die American Footballer des MG Wolfpack sind seit der vergangenen Saison in Deutschlands zweiter Damen-Bundesliga vertreten – mit dem in 2016 neu gegründeten Team der Wolfpack Ladies. Anlässlich der in diesem Jahr abgeschlossenen Ligapremiere und der bereits begonnenen Vorbereitungszeit auf die neue Meisterschaftsrunde 2018 sprachen wir mit dem Cheftrainer der Damenmannschaft, Frank Wenke.

WP: Hallo Frank! Du gehst 2018 in Deine zweite Saison als HeadCoach bei den Wolfpack Ladies. Vielleicht kannst Du Dich kurz den Menschen vorstellen, die Dich bisher noch nicht so gut kennen.

FW: Gern. Mein Name ist Frank Wenke, ich bin verheiratet, Vater zweier Töchter, 55 Jahre alt und arbeite als Verwaltungsangestellter bei einer Kommune in der Nähe. Dem American Football in Mönchengladbach bin ich seit 1980 verbunden. Meine ersten Schritte habe ich damals in der Jugendmannschaft der Mönchengladbach Mustangs gemacht, später dann auch dort in der ersten Herrenmannschaft gespielt. Mitte der 80er Jahre habe ich mich dann in der Region umgesehen und verschiedenen anderen Vereinen angeschlossen, dort sportliche Erfahrungen gesammelt und mein Wissen und meine Techniken ausbauen können.

WP: In welchen Vereinen warst du genau aktiv?

FW: Auf dem Platz gestanden habe ich in all den Jahren für die Düsseldorf Panther II, Assindia Cardinals, Red Barons Cologne und die Cologne Crocodiles. Dort habe ich dann in der Hauptsache in der Defense Line gespielt – einige Ehemaligen werden sich an die Trikotnummer #72 und #97 sicher noch erinnern.

WP: Da hast Du bestimmt sehr viel erlebt und kannst auf so manche Erlebnisse zurückblicken. Was waren denn für Dich die wichtigsten oder prägendsten Ereignisse?

FW: Ich habe dreimal im Finale des German Bowl gestanden, daneben in der Eurobowl Endrunde in Italien und den ersten Eurocan Bowl in Canada gespielt. Die deutsche Meisterschaft mit den Red Barons 1988 ist mir dabei in bester Erinnerung geblieben. Überhaupt habe ich nur gute Erinnerungen an meine aktive Zeit - und heute noch viele hochwertige Kontakte in die Footballszene hinein. Mit dem Coaching habe ich Mitte der 90er Jahre schon während meiner aktiven Zeit begonnen. Hier habe ich die Mönchengladbach Mavericks und die Cologne Crocodiles II in verschiedenen Ressorts betreut. Von 2008 bis 2011 war ich dann erneut im Trainerstab der Mavericks, habe in einer hervorragend besetzten Gruppe von Coaches dort am bisher größten sportlichen Erfolg einer Footballmannschaft in Mönchengladbach mitwirken können.

WP: Seit 2016 bist du wieder als Trainer aktiv, und das bei unseren WP Ladies. Erzähl doch mal, wie es dazu gekommen ist.

FW: Das ist alles durch meine Tochter Luisa entstanden. Anfang 2016 hatte sich das Damenteam des WP unter der Leitung von Peter Meyer gegründet - das hat meine Tochter der örtlichen Presse entnommen. Sie wollte dann unbedingt dem Team beitreten und ich habe sie zum ersten Training gefahren. Ursprünglich wollte ich mich da noch auf die Rolle des Papataxis beschränken. Aber bereits beim zweiten Besuch habe ich angeboten, beim Training unterstützend zu helfen, da natürlich offene Türen eingerannt. Und auch mir ist das tatsächlich sehr leicht gefallen, da die Trainer der WPL allesamt sehr gute Freunde und alte Weggefährten von mir waren und sind. Also bin ich, wenn man so will, nur nach Hause gekommen. Im November 2016 hat mir Peter dann den Cheftrainerposten für das Ladiesteam angeboten. Da tagte an einem Abend dann kurz der Familienrat und am Ende habe ich die Aufgabe postwendend angenommen.

WP: Ihr habt ja erst vor kurzem eure erste Saison beendet. Wie fällt da Dein Fazit aus?

FW: Vor der Meldung zur Aufnahme des Spielbetriebs in der zweiten Damenbundesliga 2017 wurden zahlreiche Diskussionen auf verschiedenen Ebenen geführt und viele Überlegungen sind letztlich in die Entscheidung zur Teilnahme eingeflossen. Einiges sprach natürlich auch dagegen, denn allen Mitwirkenden war z.B. mehr als bewusst, dass wir einen kleinen Kader zur Verfügung haben würden, der vom Potenzial her nicht um einen der vorderen Plätze würde mitspielen können. Darüber hinaus waren wir nicht nur zahlenmäßig, sondern insbesondere was Erfahrung und Spielverständnis betraf, nicht in Lage, die etablierten Teams in der Liga ernsthaft anzugreifen. Für eine Meldung sprach jedoch, dass unser Team im Verlaufe des ersten Trainingsjahres charakterlich und sportlich große Fortschritte gemacht hatte und die Erfahrungen, die unsere Spielerinnen nur in einem geregelten Ligabetrieb machen konnten, sehr wichtig und wertvoll für ihre weitere, auch persönliche Entwicklung sein würden.All das, was frau jetzt durch die gesammelte Spielpraxis hat lernen können, wird ihnen nun keiner mehr nehmen können, hat sie besser und stärker gemacht.

WP: Was bedeutete und bedeutet das für das Potenzial des Teams?

FW: Es war für alle in unserem Team eine schöne, lehrreiche aber auch stressige Zeit - und das Projekt WPL geht weiter seinen Weg. Wir befinden uns gerade im Umbau der Mannschaft für die Saison 2018, haben unmittelbar nach dem Abpfiff des letzten Spieles begonnen, die Weichen in Richtung der kommenden Saison zu stellen. Denn mit dem jetzt vorhandenen Stamm an erfahreneren Spielerinnen fällt die Aufstellung eines in der Breite verstärkten Teams viel leichter. Die Integration neuer Spielerinnen oder auch absoluter Neulinge auf allen Positionen war zudem noch nie das Problem der WPL. Unser Ziel ist es, attraktiven Football zu spielen und ohne zu großen Druck wieder ein ambitioniertes Team für die neue Saison an den Start zu bringen.

WP: Dann kannst du also jedem Mädchen und jeder Frau nur empfehlen, Football bei euch zu spielen?

FW: Keine Frage, natürlich und aus vollster Überzeugung. Nicht nur die Mädchen und Damen, auch allen Jungen oder Herren kann ich nur empfehlen, American Football zu spielen, so bald wie möglich mit dem Training zu beginnen. Bestenfalls natürlich hier in Mönchengladbach beim Wolfpack, denn dieser Verein bietet die volle Bandbreite quer durch alle Altersklassen und verfügt über tolle und engagierte Trainer.
Nicht zu vergessen die Vorstandsarbeit: hier ist der Verein hoch innovativ und - was man nur betonen kann - verbindlich und nachhaltig. Das WP ist mehr als nur irgendein Verein; hier leben alle den familiären Grundgedanken. Es ist einfach nur schön, wenn man sieht, dass der Gesamtverein zusammen steht und jeder weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann.

WP: Das war ein schönes Schlusswort. Wir bedanken uns herzlich bei dir. Ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr für Dich, Deine Familie und Dein Team.

FW: Ich habe zu danken und tue das gerne und speziell bei allen, die das Projekt Wolfpack Ladies zu einem – diesem - Erfolgsmodell gemacht haben. Und das waren und sind immer mehr, als man glaubt und sieht.

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